Das Kerekudvar
Die Vision: Ein offenes Haus für die Gemeinschaft
„Kerekudvar“ bedeutet „runder Hof“. Seit seiner feierlichen Einweihung am 10. Oktober 2009 war das von uns maßgeblich geförderte Bildungs- und Begegnungszentrum genau das: ein kommunikatives Herz im Zentrum von Cristuru Secuiesc. Über viele Jahre wurde es für unzählige Kinder und Jugendliche, insbesondere aus den Wohngruppen des Kinderschutzbundes, zu einem zentralen Ort ihres Alltags – ein Platz der Beständigkeit, der Förderung und der Zuwendung. Als Musikschule, Lernstube, Spiel- und Fußballplatz schuf es die Grundlage für unsere langjährige erfolgreiche Arbeit.
Diese wertvolle Arbeit wurde durch die Unterstützung unseres Freundeskreises und bedeutender Förderer wie der Sächsischen Jugendstiftung, der Rotary Clubs Dresden und Bern und des Bauunternehmers Bernhard Pech ermöglicht.
Die Krise: Ein schwieriger Wendepunkt
Ende 2024 sahen wir uns mit tiefgreifenden strukturellen und finanziellen Problemen bei unserem rumänischen Partnerverein Fehérlófia konfrontiert, der für den Betrieb des Hauses verantwortlich ist. Um die uns anvertrauten Spendengelder zu schützen, mussten wir im Januar 2025 die schwere, aber notwendige Entscheidung treffen, die institutionelle Förderung auszusetzen. In der Folge wurde das Haus Kerekudvar geschlossen und seine Zukunft war ungewiss.
Rettung des Hauses und neue Wege (Stand: Frühjahr 2026)
Um den endgültigen Verlust dieses für die Zivilgesellschaft so wichtigen Ortes abzuwenden, leistete die RIG Bautzen im August 2025 eine einmalige, zweckgebundene Anschubfinanzierung. Diese Maßnahme diente ausschließlich dazu, die dringendsten Schulden des Betreibervereins zu tilgen und das Haus Kerekudvar physisch zu erhalten.
Mit Blick auf die Gegenwart hoffen wir, dass der Verein Fehérlófia in absehbarer Zeit zu einer vollumfänglich satzungsgemäßen, transparenten Arbeit zurückkehrt. Aus rechtlichen und strukturellen Gründen ist es uns als RIG Bautzen e.V. jedoch gegenwärtig nicht möglich, direkt in die dortigen Vereinsstrukturen zu investieren oder diese institutionell zu begleiten.
Um das Haus dennoch nicht aufzugeben und für die Jugendlichen nutzbar zu machen, haben wir uns für einen neuen Ansatz entschieden: Über unser Programm „Kreative Zukunft“ finanzieren und ermöglichen wir es nun Dritten – unabhängigen lokalen Initiativen und Projektgruppen –, die Räumlichkeiten für ihre Arbeit zu nutzen. Wir fördern gezielt die Inhalte und die Akteure, die das Haus mit Leben füllen.
Wir hoffen sehr, dass dieser Weg, das Kerekudvar für neue Projekte zu öffnen, vor Ort mit der nötigen Kooperationsbereitschaft getragen wird. Unser Fokus liegt darauf, dass die Infrastruktur weiterhin den Kindern und Jugendlichen der Region zugutekommt.