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Projekte und Ergebnisse der Arbeit der Rumänieninitiativgruppe Bautzen e. V. der letzten Jahre

Freiwilligendienst

(Finanzierung: Spenden, Robert-Bosch-Stiftung, EU)

Wie bereits erwähnt legte die Rumänieninitiativgruppe Bautzen seit Beginn ihres Bestehens großen Wert auf die unmittelbare Mitwirkung junger Leute bei der Umsetzung der Arbeitsziele.
Dazu werden seit 1991 junge Menschen aus Deutschland zum Dienst nach Rumänien entsendet. Zumeist bestand die Gruppe aus 4 bis 6 Freiwilligen, die bis zum Jahr 2001 vorwiegend freizeitpädagogisch mit den 550 Kindern des Kinderheims in Cristuru Secuiesc beschäftigt waren und gleichzeitig versuchten, die Lebensbedingungen im Kinderheim zu verbessern.

Freiwilligendienst

Die Wirkung der Mitarbeit der deutschen Gruppe für den Alltag der Kinderheimbewohner war enorm. Die Mitarbeiterschaft des Kinderheims teilte sich im wesentlichen in 2 Gruppen:
- eine große Gruppe sehr konservativer Menschen, denen die Kinder nichts wert waren, zumal es sich zum großen Teil um Roma Kinder handelte und bei denen Schläge und Missachtung der Kinder den Umgang prägten,
- eine kleinere Gruppe progressiver, jüngerer und älterer Mitarbeiter, die versuchten neue und den Kindern entsprechende Arbeits- und Lebensformen zu entwickeln.
Durch die Anwesenheit der deutschen Mitarbeiter wurde die zweite Gruppe sehr gestärkt und im Engagement ermutigt. Unter anderem organisierten die deutschen Mitarbeiter regelmäßige Diskussionsrunden zu Erziehungsfragen und Seminare mit Dozenten aus Deutschland und Europa. Mit viel Geduld, Beharrlichkeit und Vehemenz konnten dadurch im Laufe der Jahre die Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder wesentlich verbessert werden.
Seit 2001 sind jeweils noch 2 junge Leute im Freiwilligendienst tätig. Zur Zeit arbeitet eine junge Frau im Familienhaus der Rumänieninitiativgruppe Bautzen und eine andere junge Frau als FSJ-lerin im Jugendprojekt unserer Partner.

Spielplatz

(Finanzierung: 65.000 DM, Spenden und Förderung durch die H. Niermann Stiftung)

Unter Anleitung eines erfahrenen Holzgestalters errichteten 1996 junge Leute aus Bautzen mit Jugendlichen aus Rumänien einen für rumänische Verhältnisse einmaligen Abenteuerspielplatz auf dem Gelände des Kinderheims.

Spielplatz Schaukel

Holzwerkstatt

(Finanzierung: 35.000 DM, Spenden und Förderung durch die R.-Bosch-Stiftung)

1995 richteten wir im Kinderheim eine Holzwerkstatt ein, in der die Jugendlichen des Kinderheims Grundfertigkeiten der Holzgestaltung erlernen. Dies geschieht im Rahmen von Arbeitsgruppen, die sich in der Freizeit treffen. Heute wird die Werkstatt von vielen Jugendlichen aus dem Ort Cristuru Secuiesc unter Anleitung eines erfahrenen Holzbildhauers genutzt.

Holzwerkstatt

Familienhaus

(Finanzierung: 120.000 DM, Spenden und Mittel der R.-Bosch-Stiftung)

Im Jahr 2000 eröffnete die Rumänieninitiativgruppe ein Familienhaus in dem 4 bis 6 elternlose Kinder familienähnlich untergebracht sind.
Die Hauseltern, eine junge Frau aus Bautzen mit ihrem rumänischen Mann, betreuen zur Zeit 2 eigene und 5 aufgenommene Kinder und Jugendliche. Die positive Auswirkung auf die psycho-soziale Situation der aufgenommenen Kinder ist unverkennbar. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Familienhäusern in der Region, für deren Entstehung unser Familienhaus als Modell diente.

Jugendbegegnung

(je Begegnung ca. 16.000 € aus Eigenmitteln und öffentlicher Förderung)

Seit 1993 organisieren wir in Zusammenarbeit mit der Ev. Jugendarbeit in Bautzen, jährlich ein oder mehrere Zeltlager in Rumänien an denen pro Lager 80 - 100 junge Leute aus Deutschland und Rumänien teilnehmen. Zu den rumänischen Teilnehmern gehören Jugendliche der ungarischen, rumänischen und Roma Bevölkerung. Dieses Lager findet auf einer Wiese in den Karpaten statt. Alle notwendigen Dinge, die zum Leben benötigt werden, müssen von den Jugendlichen selbst gebaut und errichtet werden. Somit wird in den ersten 4 bis 5 Tagen intensiv zusammen gearbeitet. Es entstehen Tische, Bänke, Toiletten, Staudamm, Kochstellen, Überdachungen, Sport- und Spielplätze usw.

Zeltlager Volleyball

In den Lagern wird außerdem täglich thematisch zu verschieden lebenspraktischen, politischen und sozialen Themen gearbeitet.
Des Weiteren fahren jedes Jahr über Weihnachten ca. 20 junge Leute aus Deutschland für 10 Tage nach Rumänien um dort die Weihnachtstage mit Jugendlichen aus Cristuru Secuiesc zu verbringen. Dafür werden im Vorfeld jährlich ca. 500 Päckchen in Bautzen gepackt und mitgeschickt.

Weihnachten im Kinderheim

Ausbildung

Um Perspektiven für die Menschen in Rumänien zu fördern, engagierten wir uns für die Ausbildung junger Leute aus Rumänien. Durch unsere Unterstützung und Vermittlung studierten und studieren inzwischen mehrere junge Menschen aus Rumänien in den Bereichen Bauwesen, Erziehungswissenschaften und Sozialarbeit in Deutschland. Unser Anliegen ist es natürlich, dass diese gut ausgebildeten Leute ihr Wissen nach dem Studium in Rumänien einbringen. Das gelingt zum Teil.
In Rumänien arbeiten wir mit verschiedenen Berufsbildungsträgern und Firmen zusammen und versuchen je nach Bedarf, jungen Menschen zu Berufsperspektiven zu verhelfen. Dies ist notwendig um der anhaltenden Abwanderung junger Menschen aus der Region zu begegnen.

Jugendprojekt

Seit 2001 fördern wir die Entstehung einer umfassenden Jugend- und Jugendbildungsarbeit in Trägerschaft unseres rumänischen Partners. Die Beschreibung des momentanen Entwicklungsstandes bzw. der bisherigen Arbeitsergebnisse sind im Tätigkeitsbericht unseres Partners nachzulesen.

März 2004 / Rüdiger Steinke