

I. Verein in Keresztúr
Fehérlófia – Name und Botschaft
Das Jugendprojekt aus Keresztúr trägt den
Namen einer Märchenfigur: Fehérlófia. Manche sagen es sei
das Ursprungsmärchen der Ungarn und es ist wahr, die Geschichte startet
mit einer mythischen Zeit und Geschehen.
Die Botschaft des Märchens erzählt uns darüber, wie man von
„unten“ nach „oben“ nicht durch physische Stärke,
Aussehen oder Ruf, sondern nur durch Selbstopfer und durch Einsatz für
andere gelangen kann.
Die Geschichte Fehérlófias und sein Weg
beinhaltet das, was auch ein Menschenleben ausmacht. Die Vorbereitung auf
dem Weg durch den Schutz der Mutter – in dem Märchen ist die Mutter
ein weißes Pferd. Fehérlófia kann erst dann losgehen um
sein Glück in der Welt zu suchen, wenn er genügend physische und
geistliche Nahrung von zu Hause aufgenommen hat.
Vorbereitet, auf dem Weg liegenden Proben gewachsen, nimmt er Herausforderungen
an und hat keine Angst vor dem Unbekannten. Er beweist Stärke und Mut.
Doch kommen nicht geahnte Situationen. Seinem Weg folgend, kommt er in die
„untere Welt“. Dort trifft er auf die Gestalt des „Bösen“.
Er kämpft mit ihm, um sich und andere zu retten. Dieser Kampf ist nicht
mehr so einfach und vor allem kann er ihn nicht allein gewinnen. Er muss in
diesem Kampf um Hilfe bitten und ihn mit anderen gemeinsam führen.
Doch wird er nach dem Sieg betrogen und bleibt allein
„unten“. In dieser ausweglosen Situation, als seine Taten kein
wirkliches Resultat bringen können, rettet er die Jungen eines Greifs.
Die Greifmutter ist dankbar und verspricht ihn auf ihrem Rücken in die
obere Welt mit zu nehmen. Als sie hochfliegen, wird der Greif schwach und
es scheint, dass sie es nicht mehr nach oben schaffen.
Dann schneidet Fehérlófia aus seinem eigenen Körper ein
Stück Fleisch und gibt es dem Greif zu fressen. Nur durch das Opfer des
eigenen Körpers, durch Selbstopferung schafft er es, von unten nach oben
zu kommen.
Für die Jugend ist charakteristisch das Aufbrechen und die Suche des
Neuen, des Unbekannten.
In jedem Leben, wie in dem Märchen, kommen nicht
erwartete Situationen, Herausforderungen, Kampf, Siege und Enttäuschungen.
So beinhaltet diese Geschichte besondere Botschaften und eine moralische Lehre
für alle, die ihren Weg bestreiten.
Wir als Verein und Projekt, identifizieren uns mit den Akteuren, die Fehérlófia
auf den Weg vorbereiten. Wir wollen durch unsere Programme die Entfaltung
verschiedener Kenntnisse und Fähigkeiten unterstützen, die einem
Jugendlichen auf seinem Weg helfen und das Bewusstsein der Zugehörigkeit
und des Verantwortungsanteils für das Gemeinsame, für die Heimat
fördern.
Ziele
Ein Ziel unseres Projektes ist es durch Bildung- und
Handwerksateliers und durch besondere Freizeitangebote wie Reiterbogenschießen,
Volkswissen, Volkskunst und Volkslyrik, die Bräuche zu lernen und wieder
zu beleben. Und zwar nicht nur im Theater, auf der Bühne, im Museum sondern
durch Erfahren und Erleben im hier und jetzt.
Dabei ist uns nicht die Traditionsbewahrung das Wichtigste, sondern von denen
zu lernen, die Spuren hinterlassen haben, um uns etwas über die Welt
zu erzählen.
Anders ausgedrückt: „Man sollte nicht den Ahnen folgen, sondern
dem, dem die Ahnen gefolgt sind.“
Die Welt der Symbole, die der Mensch in Volkskunst, Volksglaube, Sprache,
Balladen und Märchen, in Deckenmalerei alter Kirchen trifft und zu verstehen
versucht, ist nicht zum Schmücken, sondern Mittel im Prozess des Menschwerdens.
Ein anderes Ziel ist es, dazu beizutragen, für und mit den Kindern und Jugendlichen der Keresztúrer Wohngruppen (ehemalige Heimkinder) ihre Freizeit sinnvoll in Gemeinschaft zu gestalten und zu versuchen, sie in ihrem Leben zu unterstützen, in dem wir mit Liebe und Engagement notwendiges Wissen und praktische Fertigkeiten für ein eigenständiges Leben vermitteln. Unsere Erfahrung ist, dass in dieser Arbeit die Zuwendung zu den Kindern mit Liebe und einfach Dasein schon ein Stück Glück in ihr Leben bringt.
Durch unsere gute Beziehungen zu deutschen Menschen und
deutschen Initiativen sehen wir uns als ein kleines Zentrum für Förderung
interkultureller Beziehungen und Zusammenarbeit.
Freiwilligendienst, Austauschprogramme, kleinere Projekte, Vermittlungsarbeit
sollen Jugendlichen ermöglichen, sich gesellschaftlich und politisch
zu engagieren, sich für ein Jahr im Ausland in einem sozialen Projekt
zu betätigen, Sprachen zu lernen, eine andere Kultur kennen zu lernen,
Jugendgruppen aus Deutschland in Cristuru Secuiesc zu empfangen und mit ihnen
gemeinsam ein Projekt durchzuführen.
Vorstandsmitglieder:
Király Emo, Schriftführerin:
Deutschlehrerin im Orbán Balázs
Gymnasium
Portik Hegyi Kelemen: katholischer
Pfarrer in Keresztúr
Józsa Sándor: Geographielehrer
Mátéffy Hajnalka: Sozialpädagogin
Mátéffy Hajnalka
Cristuru Secuiesc, 6. Juli 2004