

Familienhaus
Förderung des Familienhauses neu geregelt
Ein Blick zurück: Vor neun Jahren hatten Jana und Robert Imre-Zeidler als Pflegeeltern insgesamt sechs Kinder aus dem Kinderheim aufgenommen. Mit Hilfe des Vereins Rumänieninitiativgruppe Bautzen und der zahlreichen Spenderinnen und Spender konnten sie ihnen ein liebevolles Zuhause geben.
Aus den Kindern sind nun junge Erwachsene geworden. Allein die 14-jährige Krisztina lebt noch im Familienhaus. Die Älteste der sechs – Gyöngyi – hat ihr Studium der Theologie und Sozialarbeit in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Damit endete auch ihre Zugehörigkeit zur Pflegefamilie.
Drei Jugendliche – Jenö, Julian und Zsofia – studieren in Klausenburg und Tirgu Mures. Eduard hingegen hat sich entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen. Als er im Februar dieses Jahres 18 Jahre alt wurde, hat er aus freiem Willen die Strukturen des Kinderschutzbundes und seine Pflegefamilie verlassen.
Das Projekt Familienhaus mit der ersten Generation der Pflegekinder steht damit vor seinem erfolgreichen Abschluss. Das bedeutet mehr Freiheit für die Pflegeeltern – aber auch mehr Verantwortung, selbst für den Unterhalt des Hauses zu sorgen. Es ist ungewiss, ob und unter welchen Voraussetzungen neue Pflegekinder ins Haus kommen können. Die Bedingungen des rumänischen Jugendamtes haben sich dafür geändert – so können zum Beispiel nicht mehr sechs Pflegekinder gleichzeitig durch die Pflegeeltern betreut werden.
Jana und Robert Imre-Zeidler haben darauf reagiert und sich entschieden, das Konzept des Familienhauses zu ändern. Vor einem Jahr haben sie im Auftrag eines Vereins aus Bochum den 16-jährigen Mark, einen deutschen Jugendlichen, zur Betreuung aufgenommen.
Als Rumänieninitiativgruppe Bautzen sorgen wir weiterhin für einen Teil des Unterhaltes für die Pflegekinder, die im Familienhaus aufgewachsen sind. Wir zahlen aus Spendenmitteln pro Monat und Kind 75 Euro. Das sind pro Jahr insgesamt 3.600 Euro. Für die im Haus lebende 14-jährige Krisztina verwalten die Pflegeeltern diesen Betrag. Bei den außer Haus lebenden und studierenden Jugendlichen zahlen wir die Förderung seit August 2009 direkt auf deren Konto.
Aus einem Bericht vom Dezember 2009:
KRISZTINA
„Bevor es für Krisztina in die Sommerferien ging, gab es noch einige schwierige Hürden zu überwinden. Es war die Zeit der Abschlussprüfungen, des Warten auf die Ergebnisse und auch die Zeit zu entscheiden, ob sie aufs Gymnasiums gehen wird. Sie hat nun einen Platz auf dem „Orbán Balázs”-Gymnasium bekommen. Krisztina macht auf uns einen zufriedenen Eindruck und hat sich auch gut in die neue Klasse eingelebt.
Leider gab es auch traurige Ereignisse in diesem Sommer, die auch Krisztina sehr emotional erlebt hat. Beide Omas, Robis Oma sowie meine Oma, sind innerhalb von einem Monat von uns gegangen. Die Zeit der Trauer war und ist immer noch eine sehr intensive Zeit für uns, da beide uns allen sehr Nahe gestanden haben und uns sehr fehlen.“
ZSOFIA
„Ich bin im zweiten Studienjahr, das schwieriger ist als das erste. Die Schulfächer gefallen mir sehr gut, besonders die Touristik. Es geht darum, wie man eine Privat- oder Gruppenreise organisieren kann. Ich denke dieses Fach ist sehr nützlich. Ich wohne in einem Internat, wo wir fünf Personen im Zimmer sind, das mag ich nicht, aber es geht... Unter der Woche bin ich in Kolozsvar, am Wochenende fahre ich nach Hause, und zwar meistens zu meinem Freund. P.S. Danke schön, dass Ihr für mich Geld gesendet habt. Ich bin sehr dankbar dafür!“
JULIAN
„Mir geht es gut, ich habe jeden Tag Vorlesungen von Montag bis Freitag, und weil dieses Jahr mein letztes Jahr ist, deswegen beschäftige ich mich auch mit meiner Diplomarbeit und ich hoffe, dass ich erfolgreich mein Studium beende. Dieses Jahr habe ich eine Wohnung gesucht und muss dafür auch Miete bezahlen. Das ist endlich wesentlich hygienischer als vorher, der Preis ist auch nicht höher und es ist eine ruhige Gegend, also ideal zum Studieren. Die Wohnung ist nicht so nah zu der Universität und ich fahre regelmäßig Bus. Ich esse haupsächlich in der Mensa im Zentrum oder zu Hause, wo ich auch eine gute Kochmöglichkeit habe. Ich fahre immer seltener nach Keresztúr, auch wegen der Fahrtkosten.“
JENÖ
„Endlich habe ich das dritte Jahr meines Studiums angefangen. Ich habe jetzt sehr viel zu lernen und muss gleichzeitig auch meine Diplomarbeit schreiben. Das macht aber auch Spaß, weil ich gerne an der Geographie-Fakultät studiere. Bald muss ich ein Sprachdiplom in Deutsch ablegen, weil ich es für mein Diplom brauche. Langsam muss ich überlegen, wass ich nach dem Studium machen möchte. Das lässt mir keine Ruhe, weil es die zur Zeit allerwichtigste Frage ist. Leider kann ich darauf noch keine sichere Antwort geben, aber ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr klüger werde und am Ende eine für mich sehr gute Entscheidung treffen werde. Vielen, vielen Dank für Ihre Unterstützung, ohne die ich nicht studieren könnte!“