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Aktueller Freundesbrief

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Weihnachtsbrief 2007

In einem Dorf in Südindien steht ein riesengroßer Baum. Niemand weiß, wie alt er ist. Dieser Baum heißt Ammamaram, d. h. Mutterbaum und birgt in sich eine große Höhlung, in der ein Mensch sitzen kann.
Eine Legende erzählt folgendes: Vor vielen Jahren lebte ein Weiser in dieser Höhle. Er aß nur Früchte von diesem Baum und trug Rinde dieses Baumes als Kleidung.
Nach seinem Tod fand man auf der Rinde, die er getragen hatte, folgendes aufgezeichnet:

Der Baum isst selbst nicht seine süßen Früchte.
Es trinkt der Fluss nicht seine eigenen Fluten.
Und für sich selber regnet nicht die Wolke.
Zum Nutzen anderer dient die Kraft des Guten.

Sehr geehrte Freunde und Förderer,

mit dieser kleinen Geschichte grüßen wir Sie zur Weihnacht und zum neuen Jahr. Möge das neue Jahr gut zu Ihnen sein und viele erfreuliche Erfahrungen für Sie bereithalten.

Wir bedanken uns recht herzlich für alle Unterstützung und Hilfe im vergangenen Jahr. Sie haben dazu beigetragen, dass wir unsere Arbeit mit den elternlosen Kindern in Cristuru-Secuiesc/Rumänien fortführen konnten.

Für uns war das letzte Jahr mit vielen schönen aber auch traurigen Erfahrungen verbunden. Schön ist es zu sehen, wie junge Menschen die kaum Unterstützung durch Eltern oder Staat erfahren, dank unserer Arbeit für sich selber Mut und Lust am Leben finden. Dies bekommen wir oft und auf vielfältige Weise mitgeteilt.


Bild: Kinder im Jugendprojekt Fehérlófia

Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr über die Aktion genialsozial – Deine Arbeit gegen Armut / Sozialer Tag in Sachsen eine Förderungszusage für den Bau eines Jugendzentrums in Cristuru-Secuiesc zugesprochen bekamen. Zurzeit laufen für den Bau die Vorbereitungen und im Frühling 2008 sollen die Bauarbeiten beginnen. Als weiterer Partner wird der Rotary-Club Dresden Blaues Wunder, der Rotary-Club Bern/Schweiz in Kooperation mit Rotary International den Bau unterstützen. Jedoch suchen wir noch weitere Partner, um wirklich ein ausreichendes und solides Gebäude entstehen zu lassen, welches den Anliegen und den Anforderungen der dortigen Jugendarbeit entsprechen kann. Unser Partnerverein Fehérlófia in Cristuru-Secuiesc konnte sich in diesem Jahr gut entwickeln und sein Engagement verstärken.

Wir sind dankbar für den Freiwilligendienst von Markus Wiatr aus Bautzen. Mit seinen vielfältigen Gaben und seinem sympathischen Wesen wurde er für viel Jugendliche ein wichtiger Freund und Begleiter. Seit Oktober sind Christopher Fehse und Ute Pritzke zum Freiwilligendienst entsandt. Beide haben sich mittlerweile gut eingearbeitet.

Im Frühjahr haben Peter Großmann aus Großdubrau und Lucia Barca aus Oderheiu-Secuiesc geheiratet und leben nun in Siebenbürgen. Peter leitet noch bis zum Sommer 2008 das Jugendprojekt Fehérlófia. Dann soll Hajnalka Mátéffy nach ihrer Elternzeit wieder die Leitung übernehmen.

Wir freuen uns über die im Familienhaus lebenden Jugendlichen. Vier von ihnen studieren inzwischen und sind sehr motiviert, ihren eigenen Weg zu finden und ihr Leben verantwortlich in die eigenen Hände zu nehmen. Ein großes Dankeschön an Jana Imre- Zeidler und Robert Imre, die als Hauseltern den Kindern und Jugendlichen stets verlässliche Bezugspersonen und Ersatzeltern sind. Trotz aller Widrigkeiten und finanziellen Engpässe schaffen Sie im Familienhaus einen wunderbaren Ort der Geborgenheit und Ermutigung für die eigenen und die aufgenommenen Kinder.
Nicht so glücklich sind wir über die nur langsam vorankommenden Veränderungen bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen in den Wohngruppen des Kinderschutzbundes, welcher richtig übersetzt eigentlich „Kinderverteilendes Zentrum“ heißen müsste. Das Interesse an einer echten Förderung der Kinder ist nach wie vor sehr unterentwickelt und zumeist geht es nur um eine Verwahrung im Sinne von „satt, sauber, trocken“ Das ist wirklich schade und so viele wundervolle Begabungen bleiben damit verborgen und können sich nie entwickeln.
Umso deutlicher ist uns die Wichtigkeit der Arbeit von Fehérlófia, die genau dort ansetzt.

Leider werden es wieder mehr Kinder, die ohne Eltern aufwachsen oder von ihren Eltern aufgrund von Verarmung abgegeben werden. Auch die Unterbringung der unter 12-jährigen in Pflegefamilien hat nicht wirklich funktioniert. Viele dieser Kinder sind zurückgekommen und haben die Pflegefamilien wieder verlassen. Darum finden sich in der Arbeit von Fehérlófia immer mehr kleine Kinder, zum Teil im Kindergartenalter wieder.

Rumänien erlebt eine rasante wirtschaftliche Entwicklung. Viele Menschen gehören zu den neuen Reichen und profitieren von den neuen Chancen. Der Schlüssel dafür sind Bildungschancen, familiäre, ethnische und soziale Herkunft sowie Selbstständigkeit.
Alle diese Aspekte gehören nicht unbedingt zu den Schätzen, welche unseren Kindern und Jugendlichen zuteil wurden und werden. Unsere Arbeit kann dem wichtige Impulse entgegensetzen aber ohne eine entsprechende Wahrnehmung der Problematik auf politischer Ebene, bleiben unsere Bemühungen sehr begrenzt.
Immer wieder erleben wir darum auch das Scheitern der Jugendlichen auf ihrem Weg. Wenn dann keine Eltern da sind, die einen neuen Start unterstützen können, ist der erste Fall rasch bodenlos.
Wir danken besonders auch den Förderern, die durch gezielte Patenschaften einzelne Jugendliche bei der Ausbildung unterstützen.

Überleben in Rumänien ist für viele Menschen ein Kunststück. Oft fragen wir uns wie es geht. Gerade in dieser Jahreszeit werden in vielen Wohnungen und Häusern wieder die Zimmer verschlossen, die Heizungen abgedreht und alle Familienmitglieder ziehen in die Küche, um dort den Winter auf engstem Raum zu verbringen. Man muss dann nur einen Raum heizen, was bei Energiepreisen, die sich von deutschen Preisen kaum unterscheiden, oft die einzige Lösung ist.

Wir können nicht all diese Probleme lösen aber wir möchten weiter Wärme geben und Mitleben, mit den Menschen in Cristuru-Secuies und den Kindern und Jugendlichen aus dem ehemaligen Kinderheim.

Nochmals herzlichsten Dank für Ihre Hilfe, Begleitung und Unterstützung.

Ihr

Wolfram Hesse
Im Namen der Rumänieninitiativgruppe Bautzen

Im Internet: www.rig-bautzen.de

Spendenkonto: 1000006391
Bankleitzahl: 855 500 00
Kreissparkasse Bautzen

Veröffentlicht am 20.12.07

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SeitenanfangLetzte Aktualisierung: 01.12.10