Freitag, 23. Januar 2009

Die Geburt Jesu als Anlass einer Reise

 

Damals machten sich drei Könige auf den Weg, ein Kind in der Krippe zu Bethlehem aufzusuchen. Sie fanden es dort mir seinen Eltern und segneten die Familie mit ihren Worten und Gaben. Doch wie ist es, zu Weihnachten Kinder zu besuchen, die ihren Kopf nicht bei Mama oder Papa anlehnen können?


    Bild: Die Kinder zu Hause mit ihren Geschenken

Aus Bautzen machte sich eine Gruppe junger Menschen auf den Weg, um diese Erfahrung zu machen und zu teilen. Für manche aus der Gruppe ein vollkommen neues Erlebnis, Weihnachten nicht zu Haus, für andere eine erneutes Erleben einer sehr intensiven und herzlichen Zeit um Weihnachten und Silvester mit Kindern in einem anderen Land. Für alle jedoch ein stückweit eine Reise in etwas Ungewisses mit noch unbekannten Menschen, eine Reise voller Schwierigkeiten wie Klima, Kultur und Sprache, eine Reise voller Impressionen, eine Reise nach Cristuru-Secuiesc, ungarisch Székelykeresztur, einem kleinen Städtchen im Herzen Siebenbürgens.

Und dies sind Ihre Erlebnisse:Während die daheimgebliebenen Angehörigen, mitunter sehr traurig über das Fernbleiben des Familienmitgliedes am „Fest der Liebe“, die Tage vor Weihnachten zu den letzten Vorbereitungen des Festes nutzen, Baum, Schmuck, Essen, Geschenke etc, läuft die Gruppe aus Bautzen durch die winterliche und bitterkalte Kleinstadt in Rumänien und besucht die Kinder in ihren Wohngruppen, wird dort zu Tee und Kuchen, Fanta und Keksen eingeladen, bringt jedem Kind ein persönliches Geschenk, und verbringt wunderbare Stunden bei den Kindern mit gemeinsamen Spielen und Singen. Am Weihnachtsabend gehen alle gemeinsam in die Kirche, bevor die Kinder – wieder zu Haus – ihre Geschenke auspacken dürfen. Auch die Deutschen feiern dann ihr Weihnachtsfest, besuchen einen deutschen Gottesdienst im nicht weit entfernten Sighisoara, in dem es eine deutsche Gemeinde gibt. Später bewichtelt man sich noch untereinander, hat Zeit zur Ruhe zu kommen und ist in Gedanken „zuhaus“.

Die Tage nach dem Vierundzwanzigsten gehören dann ganz den Kindern. Die acht Rüstzeitler aus Deutschland sind nicht zu Fuß unterwegs oder auf einem Kamel wie vielleicht einst die drei Könige, sie haben in ihrem Transporter ein ganz paar Utensilien mitgebracht, die jetzt zum Einsatz kommen werden. Gemeinsam werden jetzt die ungewöhnlichsten aber auch alltäglichsten Sachen gemacht. Es wird getöpfert und gemalt, mit Pinsel und Hand auf Papier und Haut, es wird ein wohlschmeckender und gesunder Obstsalat mit den Kindern zusammengestellt und verspeist, es werden Kekse gebacken, genascht und verkostet, es wird gebastelt, geschnitten, geklebt, gesungen, getanzt, gelacht und umarmt. Es wird wandern gegangen, Hand in Hand, Fangen gespielt, Feuer gemacht, gepicknickt, sich aufgewärmt mit heißem Tee, Handschuh getauscht, Ball gespielt. Es werden einfach gemeinsam wunderbar sonnige Wintertage genossen.


    Bild: Auf der gemeinsamen Wanderung im Sonnenschein

Während auf dem ganzen Erdkreis ein neues Jahr beginnt, stellt der Silvestertag den Abschluss der gemeinsamen Zeit dar. Ein Silvesterfest mit den kleinen Kindern ist dabei nicht nur für die Deutschen das bleibende Erlebnis. Tierkostüme werden gebastelt und alle bekommen eine neue Identität. Die Tiere spielen dann miteinander, besuchen die Tierdisco und essen gemeinsam Pizza und Eis. Mit Wunderkerzen und Liedern wird sich dann unterm Sternenzelt gemeinsam ins neue Jahr verabschiedet. Für die größeren Jugendlichen gibt es dann noch eine Silvesterparty mit anderen, Live-Musik, Tanz drinnen und draußen am Lagerfeuer.

Mit der Heimreise nach Deutschland endet die gemeinsame Zeit, aber das Erlebte tritt erst jetzt in die Erinnerung, sowohl für diejenigen, die dort zu Haus sind, als auch für die, die wieder gen Heimat fahren. So viele Erlebnisse tauchen von nun an im Alltag jedes Einzelnen im Kopf, doch vor allem im Herzen, auf und lassen dies Zeit unvergesslich werden.

Und genau das verbindet die deutsche Gruppe ein wenig mit den Drei Königen. Der leitende Stern der Gruppe ist der Wille und der Wunsch eines jeden, dort eine gute Zeit mit den Kindern zu verbringen, die über Weihnachten keine Familie haben. Die Gaben sind dabei nicht nur die Geschenke für die Kinder, sondern vielmehr das Unbezahlbare, die gemeinsame Zeit und die Erinnerungen daran. Diese Gaben lassen sich nicht nehmen. Sie bleiben dort und reisen in jedem der Teilnehmer nach Hause.

Soweit die Tatsachenberichte der aktuellen Reise.

Das war es - ein Stück anderes Leben, eine neue Perspektive, ein Schritt in der persönlichen Entwicklung, herausgelöst aus Rollen, entbunden von der Banalität des Alltags, in einer Welt voller Herzlichkeit, Zuneigung und Wärme.

„Es ist besser, das Erlebte im Herzen und nicht auf der Zunge zu tragen“ meinte einer der Teilnehmer in seinen Reflexionen über den Aufenthalt.

Deshalb zum Abschluss lediglich ein kurzer Ausschnitt aus dem Brief eines Jugendlichen an die deutsche Gruppe: „Ich liebe euch sehr, und was am Wichtigsten ist: ich bin sehr stolz auf euch, das ihr so vieles für uns tut. Ich weiß gar nicht, meine lieben Freunde, wie ich mich dafür bedanken könnte, ich kann euch nur aus ganzem Herzen danke sagen. Warum? Ihr habt Geschwister und Familie. Trotzdem entfernt ihr euch viele Kilometer, damit wir froh sein können, damit unser Weihnachten schöner sein kann.“

Wir danken der IC TEAM Gesellschaft für Zeitarbeit mbH, der OBAG Bautzen, dem Steinhaus Bautzen, der Fleischerei Keller und stellvertretend für die vielen Päckchen-Packer den Kirchgemeinden Wilthen und
Mittelherwigsdorf.

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